Zum Hauptinhalt springen

NEWS


Geschäftskultur à la française

Frankreich ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsland der Deutschen, sondern auch hinter den USA ihr zweitwichtigster Handelspartner. Das französische Savoir-vivre ist über alle Grenzen hinweg berühmt, aber wie steht es mit Ihrem Savoir-faire bezüglich der französischen Geschäftsetikette?

Hier eine kleine Einführung:
Das A und O für erfolgreiche Geschäfte mit französischen Partnern ist der Aufbau einer guten und vertrauensvollen, menschlichen Beziehung. Der persönliche Eindruck zählt genauso wie die fachliche Kompetenz. Das verlangt viel Zeit und persönliches Engagement und mehr Kommunikation, als es uns sachorientierten Deutschen oft lieb ist. Ein Telefonat und der persönliche Austausch sind hierzu viel besser geeignet als eine E-Mail. 

Vorsicht vor allem bei Kritik: Was deutsche Geschäftspartner als direkt und konstruktiv empfinden, kann auf Franzosen unverschämt und beleidigend wirken. Üben Sie sich in Diplomatie und äußern Sie Kritik nur unter vier Augen.

Pünktlichkeit wird von Franzosen flexibler ausgelegt. Fristen können als Zeitraum und nicht als Zeitpunkt verstanden werden. Kleinere Verspätungen sind auch im Geschäftsalltag an der Tagesordnung und bedürfen nicht der Erklärung. Längere Wartezeiten ohne Entschuldigung sind aber nicht üblich. Zu einer privaten Einladung kommt man bewusst 15 bis 20 Minuten später, um dem Gastgeber noch Zeit zur Vollendung der Vorbereitungen zu schenken.

Der Handschlag, mit etwas kürzerem Blickkontakt als bei uns üblich, ist das formelle Begrüßungsritual. Nach einem erfolgreichen Beziehungsaufbau geht man eventuell zum Wangenkuss über. Hier empfiehlt es sich aber abzuwarten und den Franzosen den ersten Schritt zu überlassen.

Zu Beginn der Zusammenarbeit ist das „Sie“ (vous) und der Nachname angebracht. Wenn die Beziehung sich als vertrauensvoll erweist, kann daraus ein „Sie“ und der Vorname werden.

Zum Geschäftsessen nimmt man sich Zeit und frönt einer gepflegten Konversationskultur. Small Talk sollte nie düster oder problematisch werden, auch ernste politische Themen werden ausgespart. Stattdessen redet man über gemeinsame Interessen und Kultur. Geschäftliches wird erst wieder zum Kaffee thematisiert. Lädt niemand den anderen explizit ein, wird die Gesamtrechnung unter den Anwesenden zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Seien Sie nicht frustriert, wenn Sie aus einem Meeting mit Franzosen ohne konkrete Ergebnisse kommen. Oft wird erst im demokratischen Nachgespräch ohne Anwesenheit der „Gegenseite“ eine Entscheidung abgestimmt.

Für die sprachliche Kommunikation mit Franzosen gilt: Englisch ist gut, Französisch ist besser. Zwar hat sich einiges bewegt in puncto Englischkenntnisse unserer westlichen Nachbarn, aber dennoch verlässt ein Franzose nach wie vor nur ungern das gesicherte Terrain seiner Muttersprache. In großen internationalen Unternehmen kann mittlerweile problemlos auf Englisch kommuniziert werden. Die oben beschriebenen, so wichtigen persönlichen Beziehungen lassen sich allerdings viel besser verwirklichen, wenn man dem französischen Geschäftspartner in seiner Muttersprache begegnet.

Alors: Allez-y!

c.b./18/10/18


Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Alles eine Frage der Etikette, Teil 2: USA

Ein Land der Superlative. Alles ist groß. Von den Gebäuden über die Unternehmen bis hin zum Burger. Mit diesem Blogbeitrag setzen wir unsere Reihe „Business-Etikette“ fort und widmen uns diesmal Amerika. 1776 unterzeichnete die USA die Unabhängigkeitserklärung vom britischen Empire mit den darin definierten Rechten „Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“. Seitdem hat das Land seinen Einfluss sukzessive ausgebaut. Amerikaner sind sehr patriotisch und auch geschäftstüchtig. Ein Business-Frühstück beginnt gerne schon um 7 Uhr in der Früh. Geschäftsleuten in den USA werden Attribute wie freundlich, einladend und aufgeschlossen attestiert. Sich im US-Business zurechtzufinden, erscheint daher völlig easy. Doch Achtung: Ein respektvoller Umgang mit den amerikanischen Werten wie Selbstverwirklichung, Gleichheit und dem Streben nach Anerkennung ist die Basis für ein erfolgreiches Miteinander – ebenso wie Zurückhaltung.

Beispiel: Auf die Frage „How are you?“ antworten Sie schlicht und ergreifend „Fine, thanks. And you?“, und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

In Sachen Kleiderordnung mögen es viele Unternehmen „business casual“. Doch selbst bei einem kurzen Aufenthalt empfehlen wir Ihnen, den Anzug einzupacken. Bleiben Sie länger, kleiden Sie sich am besten wie Ihr höchstes Pendant in den Staaten. Übrigens, mit Verallgemeinerungen kommen Sie in den USA nicht weit. Die Amerikaner stammen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Die damit verbundene Vielfalt an Lebensformen ist für USA-Besucher oftmals schwer zu durchschauen. Ein sensibler Umgang ist gefragt. Und noch ein kleiner Hinweis: Rauchen ist fast überall verboten.

Sollten Sie zu guter Letzt in Amerika Zeichen setzen wollen: Das sichtbare Kreuzen von Mittel- und Zeigefinger bedeutet „good luck“, und beim Good-bye-Winken halten Sie die Handfläche nach außen. In diesem Sinne: Bye-bye. We look forward to seeing you again!

 

c.b./18/9/18


Hände weg von Fettnäpfchen

Alles eine Frage der Etikette, Teil 1: UK

Sicher ist, gutes Benehmen bringt weiter. Privat wie beruflich. Wer die modernen Umgangsformen beherrscht, ist klar im Vorteil. Die Welt rückt zusammen. Im Zeitalter der Globalisierung scheint vieles leichter. Auch die Business-Etikette? Kennt diese keine Grenzen oder gibt es individuelle, landestypische Regeln? Die Antwort lautet: Ja, es gibt sie, und man gewinnt den Eindruck, als wäre es auf Geschäftsreisen mehr denn je wichtig, diese kulturellen Unterschiede zu berücksichtigen und dem Geschäftspartner und seinem Wertesystem damit besonderen Respekt zu zollen. In unseren Kursen sind interkulturelle Informationen daher ein essentieller Bestandteil. Beispiel Dresscode: In England kleidet man sich konservativ, dunkler Anzug, entsprechende Schuhe, Krawatte. Eine Einladung zum Geschäftsessen sollte gut geplant sein und daher 3 bis 4 Wochen vor dem Termin erfolgen, je nach Anlass per Telefon, E-Mail oder sogar Karte. Für ein Lunchdate kalkuliert der Brite in der Regel 90 Minuten ein. Das Handy ist in dieser Zeit absolut tabu. Und bitte: Seien Sie pünktlich. Anders als bei einem privaten Treffen, bei dem Sie gerne die akademische Viertelstunde einplanen können. Auch das Händeschütteln sollte nicht inflationär gebraucht werden. Ein Handschlag beim ersten Treffen ja, zum Abschied reichen ein paar freundliche Worte. Und wenn Handschlag, dann machen Sie es bitte kurz. Einige Sekunden reichen. Nicht zuletzt schätzen die Briten Höflichkeit über alle Maßen, ein deutliches Widersprechen läuft dem zuwider und sollte tunlichst vermieden werden.

So weit unser kleiner Exkurs. In unserem nächsten Blogbeitrag geht es über den großen Teich, und wir tauchen kurz in die amerikanische Business-Etikette ein. We look forward to seeing you again!

c.b./18/8/18