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NEWS


„Tudo bem!“ - Geschäftsetikette Brasilien, Teil 2

Was Sie beim Geschäftsessen und in Verhandlungen mit Brasilianern berücksichtigen sollten.

Bem-vindo! Herzlich willkommen zurück!

Wie versprochen, geht es in diesem Monat um die Geschäftsmentalität der Brasilianer.

Das Wichtigste vorweg: Brasilianer machen mit Menschen Geschäfte und nicht mit Firmen. Deshalb ist es unerlässlich, eine positive persönliche Beziehung zu Ihren brasilianischen Geschäftspartnern aufzubauen.

Dies gelingt durch viel Smalltalk und mit einer freundlich interessierten und höflichen Haltung gegenüber Ihren Gesprächspartnern.

Auch aus dem fernen Deutschland ist es im Sinne der Beziehungspflege immer besser, zum Telefon zu greifen, um persönlich mit Ihrer Kontaktperson zu sprechen, anstatt Mails zu versenden und auf deren Beantwortung zu warten.

Bereiten Sie Ihr Geschäftstreffen nicht nur im Hinblick auf die Verhandlungsinhalte vor, sondern informieren Sie sich im Vorwege auch über die Region, Kultur und typisches Essen. Das alles sind empfehlenswerte Gesprächsthemen, um eine gute persönliche Basis aufzubauen.

Respektieren Sie den Nationalstolz der Brasilianer und üben Sie auf keinen Fall Kritik an Land oder Politik, auch nicht in Form von wohlgemeinten Verbesserungsvorschlägen oder Systemvergleichen. Vermeiden Sie es, über Argentinien zu sprechen. Das ist der größte Konkurrent Brasiliens.

Wenn Sie die Unterlagen für ein Geschäftstreffen nicht nur in englischer, sondern auch in portugiesischer Sprache aushändigen, wird man Ihnen das hoch anrechnen.

Verhandlungstermine sollten auf keinen Fall in die Karnevalszeit gelegt werden.

Geschäftsessen bieten eine hervorragende Gelegenheit, sich auf Verhandlungen einzustimmen. Stellen Sie sich darauf ein, dass Restaurant und Essen von Seiten Ihres brasilianischen Gastgebers bestens ausgewählt werden. Genauso sollten auch Sie als Gastgeber ein Restaurant von gutem Ruf reservieren.

Die Mahlzeit kann durchaus zwei Stunden und länger dauern. Es geht hier um Vertrauensbildung. Haben Sie Geduld!

Oft werden auch die Ehepartner mit zum Geschäftsessen eingeladen. Männer und Frauen sitzen auf getrennten Seiten, am Kopfende nimmt der Gastgeber oder der wichtigste Geschäftspartner Platz. Über geschäftliche Themen spricht man allerdings frühestens beim Dessert.

Brasilianer legen großen Wert auf gute Tischmanieren und sehen es gerne, wenn der ausländische Gast alles probiert, aber einen kleinen Anstandsrest auf seinem Teller zurücklässt.

Und gewöhnen Sie sich daran, viele kleine sehr starke Espressi zu trinken!

Das Thema Pünktlichkeit haben wir schon in unserem ersten Teil erwähnt. Auch für Verhandlungstermine gilt: Sie sollten pünktlich erscheinen, das aber nicht von Ihrem brasilianischen Gegenüber erwarten.

Beginnen Sie jedes Businessmeeting mit ausführlichem Smalltalk. Begrüßen Sie die emotionale Art des Verhandelns auf Seiten der Brasilianer und berücksichtigen Sie gleichzeitig, dass Sie selten ein „Nein“ (não) hören werden. Dieses kommt eher in höflicher Form eines „Vielleicht“ (talvez) oder „Möglicherweise“ (potencialmente).

Halten Sie sich nicht mit formellen Kleinigkeiten auf. Ein Handschlag gilt unter brasilianischen Geschäftsleuten als Zusage. Der offizielle Abschluss des Vertrages durch Unterschrift kann dann durchaus auf sich warten lassen. Das sollte Sie aber nicht beunruhigen. Die Geschäftswelt in Brasilien ist zudem sehr hierarchisch. Die letzte Entscheidung wird immer auf höchster Ebene getroffen und benötigt allein deswegen schon mehr Zeit.

Brasilianer sind warmherzige, freundliche und diplomatische Menschen und gleichzeitig bewegliche, clevere und taktvolle „Dealmaker“. Sie haben Spaß am Verhandeln.

Schließen wir mit einem berühmten brasilianischen Sprichwort:

„Aos nossos amigos: tudo; aos outros: a lei.“

(Für unsere Freunde alles, für die anderen das Gesetz.)

Also achten Sie darauf, auf welche Seite Sie sich begeben!

c.b./22/04/19


„Tudo bem!“ - Geschäftsetikette Brasilien, Teil 1

Was Sie im Umgang mit Brasilianern wissen sollten, damit die Geschäfte gelingen.

Karneval, Strand, Spaß und Lebensfreude.
Die Brasilianer gelten als freundlich, unkompliziert und lebensfroh.

Aber natürlich gibt es auch hier einige Regeln zu beachten, wenn die geschäftlichen Beziehungen in dem größten Land Lateinamerikas gelingen sollen.

Beim ersten Kontakt reicht man sich zur Begrüßung die Hand und tauscht Visitenkarten aus. Üblich ist es, dass der Gastgeber die am Treffen Beteiligten einander vorstellt und jeder jedem die Hand schüttelt. Ein „muito prazer“ (sehr erfreut) eröffnet Ihnen den freundlichen Einstieg in den Kontakt.

Schauen Sie Ihren Gesprächspartner an und weichen Sie auf keinen Fall zurück, wenn er Ihnen näher rückt oder auf die Schulter klopft. Brasilianer sprechen mit großer Körpernähe und viel Körperkontakt. Sie werden merken, dass deren Temperament und emotionale Sprechweise auch dazu führt, den Sprechenden häufig zu unterbrechen, ohne dass dies als unhöflich gilt. Sie selber sollten auch immer laut und deutlich sprechen, denn flüstern wird als unhöflich angesehen.

Ab dem zweiten Treffen ist unter Frauen der Wangenkuss und unter Männern eine herzliche Umarmung durchaus üblich.

Brasilianer reden sich normalerweise mit Vornamen an, mit der Besonderheit, dass diesem der formale Titel vorangestellt wird: z. B. „Seu João“ für einen Mann oder „Dona Glória“ für eine Frau. Manchmal wird dem Vornamen sogar ein „Dr.“ oder „Dra.“ vorangestellt, um den Respekt vor einem höher gestellten Gesprächspartner auszudrücken, ganz gleich, ob dieser wirklich einen akademischen Doktortitel besitzt.

Auch wenn die brasilianische Kultur als relativ informell bezeichnet werden kann, legt man großen Wert auf korrekte Kleidung. Bei Männern zeigt ein Dreiteiler (Anzug mit Weste) eine Führungsposition an, ein Zweiteiler ist üblich für die mittlere Ebene. Frauen dürfen sich gerne weiblich und etwas sexy kleiden, vor allem auch Schuhe mit hohen Absätzen tragen. Dieses würde nie als vulgär wahrgenommen werden.

Brasilianer haben eine eher fließende Zeitauffassung. Pünktlichkeit kann sehr stark variieren. Bei einer Einladung zum Abendessen gilt Ihr brasilianischer Geschäftspartner als pünktlich, wenn er bis zu zwei Stunden später kommt. Verhalten sich Ausländer allerdings genauso „zeitlich flexibel“ gilt dies als Affront. Seien Sie also pünktlich, bringen Sie viel Geduld mit und planen Sie bei Geschäftstreffen genug Puffer ein, um eventuelle Verspätungen auffangen zu können.

Gastgeschenke vor allem aus dem europäischen Ausland sind beliebt, wenn es sich um kleine und nicht zu teure Dinge handelt. Ein hübscher Füllfederhalter (mittleres Preissegment), Schokolade oder Konfekt werden gern gesehen. Vergessen Sie nicht, der Sekretärin - in seltenen Fällen auch dem Sekretär - Ihres Geschäftspartners eine Kleinigkeit mitzubringen.

Bei privaten Einladungen sind Blumen, eine Flasche Wein – gerne aus Europa (niemals aus Argentinien!) oder Konfekt üblich. Sehr nett ist es auch, wenn Sie Ihren Gastgebern am Tag, nachdem Sie in deren Heim bewirtet wurden, einen Blumenstrauß senden.

Soweit zu den allgemeinen Regeln für Ihr Auftreten in Brasilien. In unserem April-Beitrag geht es um die Geschäftsmentalität der Brasilianer. Wir freuen uns auf Sie! „Tchau! Até à próxima vez!“ (Tschüß! Bis zum nächsten Mal!)

 

c.b./12/02/19


Geschäftsetikette Russland –

Welche Regeln Sie im Büro, beim Geschäftsessen und im Alltag in Russland  beachten sollten.

"Verstand wird Russland nie verstehn,
Kein Maßstab sein Geheimnis rauben;
So wie es ist, so lasst es gehn -
An Russland kann man nichts als glauben." 

Wenn sich dieses riesige Land, wie schon in den Worten des russischen Dichters Fjodor Tjuttschew (1803-1873)  beschrieben, wohl nie ganz begreifen lässt, so gibt es doch einige handfeste Regeln, deren Kenntnis den geschäftlichen und auch privaten Umgang mit Russen erleichtert.

Schicke Kleidung und Pünktlichkeit spielen in der Unternehmenskultur eine große Rolle. Allerdings kann es durchaus passieren, dass ein ranghoher Geschäftspartner Sie ein wenig warten lässt, um seine Wichtigkeit zu demonstrieren. Bei privaten Einladungen kommt man höflicherweise zehn bis fünfzehn Minuten später. Geschenke mitzubringen gehört zum guten Ton, allerdings Blumen immer nur in ungerader Anzahl, denn in gerader Anzahl gibt es sie nur bei Begräbnissen.
Auch hört man, dass weiße und gelbe Blumen mit Abschied und Trauer assoziiert werden.

Zur Begrüßung und zum Abschied und auch nach Verhandlungsabschluss ist ein ausgiebiger Handschlag üblich, wobei dieser in der alten Geschäftswelt noch immer ein Privileg der Männerwelt bleibt, während sich die Frauen mit einem Nicken begnügen müssen.

Achten Sie bei der Begrüßung Ihres russischen Gastes oder Gastgebers stets darauf, dass Sie ihm die Hand erst innerhalb des Raumes und nie auf der Türschwelle geben, denn in Russland glaubt man, dass das Unglück bringt.

Die typische Form der Anrede besteht aus Vornamen und dem abgewandelten Vornamen des Vaters. Heißt Ihr Gesprächspartner Wladimir und sein Vater Oskar, lautet die Anrede „Wladimir Oskarowitsch“. Für Olga, die Tochter Oskars lautet die Anrede „Olga Oskarowna“
Da das für Ausländer oft kompliziert ist, dürfen Sie Ihr Gegenüber auch nur mit Vornamen ansprechen, bleiben Sie aber dennoch beim „Sie“.

Die Beziehungspflege spielt in Russland eine große Rolle. Privat- und Geschäftsleben sind viel mehr miteinander verflochten als bei uns. Kleine Gefälligkeiten fördern das Vertrauen und werden erwartet. Ein Russe würde es nicht verstehen, wenn Sie seine Bitte abschlagen, beim Visumantrag zu helfen, oder sich in Deutschland über Ausbildungschancen für seine Kinder zu erkundigen.

Ein deutscher Geschäftspartner wird als Gastgeber sehr in die Pflicht genommen, indem man eine Rundum-Betreuung von ihm erwartet. Er sollte auch jenseits der geschäftlichen Termine ein lückenloses Programm anbieten. Tritt er seinen Gegenbesuch in Russland an, sollte er sich darauf einstellen, dass jede Minute des Tages verplant ist und er äußerst fürsorglich betreut wird.

Die Organisation russischer Firmen ist streng hierarchisch. Die Autorität von Geschäftsführern erkennt man an großen Büroräumen, großzügiger Ausstattung und sichtbaren Privilegien. Wenn es bei einer Sitzung eine Tagesordnung gibt, so ist diese nicht so verbindlich wie in Deutschland. Überhaupt leben die Russen viel mehr im Augenblick und planen weniger. Bei einer Besprechung gilt: Der Gastgeber bestimmt, wie lange über ein Thema gesprochen wird.
Entscheidungen werden stets von der ranghöchsten Person getroffen, die Beratung des Chefs durch seine Manager verlangt bisweilen viel Geduld von Seiten des deutschen Geschäftspartners. Es ist durchaus üblich, dass russische Verhandlungspartner die temperamentsbedingt teils hitzige Diskussionsrunde verlassen, um sich untereinander, ohne Beisein der Gegenpartei zu beraten.

Beim Small Talk im Geschäftsumfeld oder beim Geschäftsessen erstaunt die Belesenheit der Russen. Man spricht über Naturwissenschaft, Technik, Religion und Politik und zitiert gerne aus Romanen und Gedichten. Wer hier auf hohem Niveau mitplaudern kann, und Tolstoi, Dostojewski oder Puschkin gelesen hat, genießt Respekt.

Natürlich bedarf es für Geschäftsverhandlungen eines fließend russisch sprechenden Verhandlungsteilnehmers oder eines Dolmetschers. Dennoch ist es eine nette Geste und es wird Ihnen hoch angerechnet werden, wenn Sie vor Ihrem Russlandbesuch ein paar Worte Russisch lernen, um zu zeigen, dass Sie sich in die russische Gesellschaft einfügen möchten.

Smelej! Nur Mut!

Kleines Wörterbuch der Höflichkeitsfloskeln:

Guten Tag - Dobrij den’

Auf Wiedersehen - Do ßwidanija

Danke - ßpaßibo

Bitte - Poschalujsta

Gern geschehen - ẞ udowol’ßtwijem

Es freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen - Rad naschemu znakomstwu

Es freut mich, Sie kennengelernt zu haben - Rad ß Wami poznakomit’sja

c.b./01/02/19


Warum ist das Lektorat/Korrektorat für Texte unabdingbar?

Früher war der Korrektor die letzte Person, die das Manuskript vor der Drucklegung prüfte. In Verlagen ist das heute immer noch so …

Sehr viele Unternehmen, die durch ihre Publikationen – in welcher Form auch immer – ein breites Publikum erreichen möchten, verzichten heute allerdings auf die Beauftragung eines Lektors/Korrektors. Das führt dann leider dazu, dass wir Texte lesen müssen, die hinsichtlich neuer Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik nicht fehlerfrei sind, es aber sein sollten.

Computerprogramme sind nur in der Lage, einen Text bis zu einem gewissen Grad auf formale Fehler – Rechtschreibung, Zeichensetzung, einfache grammatikalische Konstruktionen – zu überprüfen, und ihr Einsatz muss überwacht werden. Eine stilistische und sachlich-inhaltliche Prüfung können diese Programme bisher nicht leisten. Und an dieser Stelle tritt der Lektor/Korrektor in Erscheinung …

Fehler in Texten sind ärgerlich und können peinlich sein. Ärgerlich für den Leser, dem sie auffallen, und peinlich für den Autor, der den Text verfasst hat und dafür verantwortlich ist.

Fehler können aber auch lustig sein, dann handelt es sich um sogenannte Stilblüten. Aber letztendlich tragen Stilblüten immer nur zu einem kurzen Moment des Schmunzelns bei, der Ärger und die Pein bleiben einem Autor meistens sehr lange erhalten.

Wer also für die Veröffentlichung eines Textes verantwortlich ist, sollte von einem Lektor/Korrektor überprüfen lassen, ob der Text leserfreundlich und verständlich ist. Denn oft brauchen Leser einen langen Atem, um sich durch seitenlange z. B. wirtschaftliche Abhandlungen zu kämpfen. Ist der Text dann auch noch voller Wiederholungen und/oder Schachtelsätze, kann man es dem Leser nicht verdenken, dass er vorzeitig aufgibt. Weiterhin sollten überprüft werden:

Rechtschreibung inklusive Wort- und Satzvollständigkeit, entweder nach der neuen deutschen Rechtschreibung oder entsprechend den Empfehlungen der Dudenredaktion (27. Auflage). Grammatik inklusive Interpunktion und Silbentrennung. Es sollte auf Stil und stilistische Einheitlichkeit geachtet werden. Unstimmigkeiten innerhalb des Textes sollten vermieden werden und es sollte auf eine korrekte und einheitliche Verwendung von Zitaten geachtet werden.

Wenn all diese Dinge bei der Erstellung eines Textes Beachtung gefunden haben, kann man davon ausgehen, dass der Text auch vollständig gelesen wird, was ja eigentlich auch das Ziel einer Textveröffentlichung ist.

Überlassen Sie nichts dem Zufall! Die Beauftragung eines Lektorats/Korrektorats lohnt sich immer!

 

c.b./19/01/19


Wie verfasse ich einen technischen Text auf Englisch?

Technische Texte sollten im Englischen wie im Deutschen kurz und prägnant sein, aber trotzdem gut klingen.

Stecken Sie den Stecker in die Steckdose.
Eine klare Ansage, aber schön eher nicht. Die deutsche Sprache ist zwar eine relativ eindeutige Sprache, doch manchmal sperrig.

Im Englischen bieten sich oft kürzere und elegantere Ausdrucksmöglichkeiten an. Diese kann man sich beim Schreiben eines technischen Textes zunutze machen:
Put the plug into the socket.

Geht noch einfacher:
Connect the plug.

Und die sich im Deutschen stellende Frage nach Du oder Sie (es sei denn, man ist bei Ikea) erledigt sich gottlob gleich ganz.

Jedoch ist die passive Form im technischen Text oft praktischer als die direkte Ansprache des Lesers oder Sätze über die agierenden Personen:

Aktiv = The engineer has no difficulty in connecting the plugs.
Passiv = Plugs are easily connected.

Bitte beim Verfassen einer technischen Themeneinheit nicht immer durchgehend nur Aktiv- oder Passivform wählen, das ist dann nicht gut zu lesen.

Es könnte jetzt in dem Beispiel mit dem in die Steckdose gesteckten Stecker so weitergehen:

Then the device can be switched on and the frequency can be adjusted.

Oder aber auch

Then it is possible to switch on the device and adjust the frequency.

(keine Kurzformen wie it‘s oder isn‘t!)

Apropos „bitte": Höflichkeiten sind in technischen Texten unnötig.

Also nicht:

Please beware of sharp edges.

Sondern nur:

Beware of sharp edges.

Oder als Warnhinweis:

Caution! Sharp edges!

Allgemein gilt, sparsam mit Worten und vor allem mit Personenangaben umzugehen.

Eine Anweisung wie:

The operator must take special care when adjusting the cutting knife …

wäre kürzer und eindringlicher mit einer Warnung, siehe oben.

Weitere Beispiele für mögliche „Einsparmaßnahmen auf Wortebene":

 

A machine that is operated by remote control. A remote-controlled machine. 

Machines that produce plastic components. Machines producing plastic components.

c.b./01/12/18


Sprache und Technik „ganz praktisch"

Wer schon einmal sein neu erworbenes Gerät voller Elan mit Hilfe der beiliegenden Betriebsanleitung einrichten wollte und dann recht bald eine Mischung aus Unglaube, Selbstzweifel und aufsteigender Zerstörungslust verspürt hat, der hatte es eventuell mit einer nicht ganz idealen Übersetzung dieser Betriebsanleitung zu tun ...

Sei es – im schlimmsten Fall – mit einer maschinellen Übersetzung aus einer vielleicht asiatischen Sprache ins Deutsche oder ganz einfach mit einer gutgemeinten und sprachlich auch korrekten, aber einfach unverständlichen Nicht-Fachübersetzung. Übersetzer in Menschenform arbeiten sich intensiv in die Thematik ein, bevor sie einen Text abliefern, und doch ist es manchmal so, dass derjenige, der hinterher damit arbeiten muss, nicht viel damit anfangen kann. Es fehlt einfach der Hintergrund von Seiten des Sprachmittlers. Hier kommt der Fachübersetzer ins Spiel.

Wenn ein Übersetzer oder Dolmetscher den technischen Background hat, wenn er neben dem Sprachstudium eine technische Ausbildung hatte, später die Maschine/das Gerät sogar in der Praxis schon gesehen oder an ihr/ihm ein Training hatte, dann sprechen alle „dieselbe Sprache", dann ist es flüssig, nachvollziehbar, für alle befriedigend und letztendlich zeit- und kostensparend. Man unterschätzt diese Komponenten oft.

Im professionellen Bereich kann es sein, dass der Anwender, also z. B. der Maschinenführer oder der Einsteller, an einer ihm noch nicht so vertrauten Maschine steht. Sie soll möglichst durchgehend laufen und 98 % Wirkungsgrad bringen, er darf diese Maschine nicht einfach anhalten und sich mal ein Viertelstündchen in Ruhe alles ansehen, um z. B. die erforderliche Justierung nachzuvollziehen. Er ist dann einfach komplett auf die Dokumentation der Maschine angewiesen. Und falls er überhaupt die Zeit für theoretische Recherche findet – vorher hat er sich noch mit dem Kollegen ausgetauscht, der spricht von „Kiepe" und vom „Stummelband" –, gilt es also, diese Elemente auf dem Papier bzw. in der Erklärung am Bildschirm rasch zu finden. Da ist es gut, wenn die Erläuterungen oder Anweisungen kurz und auf den Punkt gebracht sind und möglichst die Funktion eines Teils sprachlich widerspiegeln. Dies ist Aufgabe des technischen Redakteurs, und wer die gleiche Muttersprache spricht wie dieser, der ist gut dran.

Alle anderen sind froh, wenn die Übersetzung fachkompetent ist, denn dann können sie losarbeiten ohne die eingangs erwähnte Mischung aus Unglaube, Selbstzweifel und ...!

Lesen Sie nächsten Monat mehr über die Tücken der technischen Übersetzungen – wir freuen uns auf Sie!

 

c.b./01/11/18


Geschäftskultur à la française

Frankreich ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsland der Deutschen, sondern auch hinter den USA ihr zweitwichtigster Handelspartner. Das französische Savoir-vivre ist über alle Grenzen hinweg berühmt, aber wie steht es mit Ihrem Savoir-faire bezüglich der französischen Geschäftsetikette?

Hier eine kleine Einführung:
Das A und O für erfolgreiche Geschäfte mit französischen Partnern ist der Aufbau einer guten und vertrauensvollen, menschlichen Beziehung. Der persönliche Eindruck zählt genauso wie die fachliche Kompetenz. Das verlangt viel Zeit und persönliches Engagement und mehr Kommunikation, als es uns sachorientierten Deutschen oft lieb ist. Ein Telefonat und der persönliche Austausch sind hierzu viel besser geeignet als eine E-Mail. 

Vorsicht vor allem bei Kritik: Was deutsche Geschäftspartner als direkt und konstruktiv empfinden, kann auf Franzosen unverschämt und beleidigend wirken. Üben Sie sich in Diplomatie und äußern Sie Kritik nur unter vier Augen.

Pünktlichkeit wird von Franzosen flexibler ausgelegt. Fristen können als Zeitraum und nicht als Zeitpunkt verstanden werden. Kleinere Verspätungen sind auch im Geschäftsalltag an der Tagesordnung und bedürfen nicht der Erklärung. Längere Wartezeiten ohne Entschuldigung sind aber nicht üblich. Zu einer privaten Einladung kommt man bewusst 15 bis 20 Minuten später, um dem Gastgeber noch Zeit zur Vollendung der Vorbereitungen zu schenken.

Der Handschlag, mit etwas kürzerem Blickkontakt als bei uns üblich, ist das formelle Begrüßungsritual. Nach einem erfolgreichen Beziehungsaufbau geht man eventuell zum Wangenkuss über. Hier empfiehlt es sich aber abzuwarten und den Franzosen den ersten Schritt zu überlassen.

Zu Beginn der Zusammenarbeit ist das „Sie“ (vous) und der Nachname angebracht. Wenn die Beziehung sich als vertrauensvoll erweist, kann daraus ein „Sie“ und der Vorname werden.

Zum Geschäftsessen nimmt man sich Zeit und frönt einer gepflegten Konversationskultur. Small Talk sollte nie düster oder problematisch werden, auch ernste politische Themen werden ausgespart. Stattdessen redet man über gemeinsame Interessen und Kultur. Geschäftliches wird erst wieder zum Kaffee thematisiert. Lädt niemand den anderen explizit ein, wird die Gesamtrechnung unter den Anwesenden zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Seien Sie nicht frustriert, wenn Sie aus einem Meeting mit Franzosen ohne konkrete Ergebnisse kommen. Oft wird erst im demokratischen Nachgespräch ohne Anwesenheit der „Gegenseite“ eine Entscheidung abgestimmt.

Für die sprachliche Kommunikation mit Franzosen gilt: Englisch ist gut, Französisch ist besser. Zwar hat sich einiges bewegt in puncto Englischkenntnisse unserer westlichen Nachbarn, aber dennoch verlässt ein Franzose nach wie vor nur ungern das gesicherte Terrain seiner Muttersprache. In großen internationalen Unternehmen kann mittlerweile problemlos auf Englisch kommuniziert werden. Die oben beschriebenen, so wichtigen persönlichen Beziehungen lassen sich allerdings viel besser verwirklichen, wenn man dem französischen Geschäftspartner in seiner Muttersprache begegnet.

Alors: Allez-y!

c.b./18/10/18


Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Alles eine Frage der Etikette, Teil 2: USA

Ein Land der Superlative. Alles ist groß. Von den Gebäuden über die Unternehmen bis hin zum Burger. Mit diesem Blogbeitrag setzen wir unsere Reihe „Business-Etikette“ fort und widmen uns diesmal Amerika. 1776 unterzeichnete die USA die Unabhängigkeitserklärung vom britischen Empire mit den darin definierten Rechten „Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“. Seitdem hat das Land seinen Einfluss sukzessive ausgebaut. Amerikaner sind sehr patriotisch und auch geschäftstüchtig. Ein Business-Frühstück beginnt gerne schon um 7 Uhr in der Früh. Geschäftsleuten in den USA werden Attribute wie freundlich, einladend und aufgeschlossen attestiert. Sich im US-Business zurechtzufinden, erscheint daher völlig easy. Doch Achtung: Ein respektvoller Umgang mit den amerikanischen Werten wie Selbstverwirklichung, Gleichheit und dem Streben nach Anerkennung ist die Basis für ein erfolgreiches Miteinander – ebenso wie Zurückhaltung.

Beispiel: Auf die Frage „How are you?“ antworten Sie schlicht und ergreifend „Fine, thanks. And you?“, und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

In Sachen Kleiderordnung mögen es viele Unternehmen „business casual“. Doch selbst bei einem kurzen Aufenthalt empfehlen wir Ihnen, den Anzug einzupacken. Bleiben Sie länger, kleiden Sie sich am besten wie Ihr höchstes Pendant in den Staaten. Übrigens, mit Verallgemeinerungen kommen Sie in den USA nicht weit. Die Amerikaner stammen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Die damit verbundene Vielfalt an Lebensformen ist für USA-Besucher oftmals schwer zu durchschauen. Ein sensibler Umgang ist gefragt. Und noch ein kleiner Hinweis: Rauchen ist fast überall verboten.

Sollten Sie zu guter Letzt in Amerika Zeichen setzen wollen: Das sichtbare Kreuzen von Mittel- und Zeigefinger bedeutet „good luck“, und beim Good-bye-Winken halten Sie die Handfläche nach außen. In diesem Sinne: Bye-bye. We look forward to seeing you again!

 

c.b./18/9/18


Hände weg von Fettnäpfchen

Alles eine Frage der Etikette, Teil 1: UK

Sicher ist, gutes Benehmen bringt weiter. Privat wie beruflich. Wer die modernen Umgangsformen beherrscht, ist klar im Vorteil. Die Welt rückt zusammen. Im Zeitalter der Globalisierung scheint vieles leichter. Auch die Business-Etikette? Kennt diese keine Grenzen oder gibt es individuelle, landestypische Regeln? Die Antwort lautet: Ja, es gibt sie, und man gewinnt den Eindruck, als wäre es auf Geschäftsreisen mehr denn je wichtig, diese kulturellen Unterschiede zu berücksichtigen und dem Geschäftspartner und seinem Wertesystem damit besonderen Respekt zu zollen. In unseren Kursen sind interkulturelle Informationen daher ein essentieller Bestandteil. Beispiel Dresscode: In England kleidet man sich konservativ, dunkler Anzug, entsprechende Schuhe, Krawatte. Eine Einladung zum Geschäftsessen sollte gut geplant sein und daher 3 bis 4 Wochen vor dem Termin erfolgen, je nach Anlass per Telefon, E-Mail oder sogar Karte. Für ein Lunchdate kalkuliert der Brite in der Regel 90 Minuten ein. Das Handy ist in dieser Zeit absolut tabu. Und bitte: Seien Sie pünktlich. Anders als bei einem privaten Treffen, bei dem Sie gerne die akademische Viertelstunde einplanen können. Auch das Händeschütteln sollte nicht inflationär gebraucht werden. Ein Handschlag beim ersten Treffen ja, zum Abschied reichen ein paar freundliche Worte. Und wenn Handschlag, dann machen Sie es bitte kurz. Einige Sekunden reichen. Nicht zuletzt schätzen die Briten Höflichkeit über alle Maßen, ein deutliches Widersprechen läuft dem zuwider und sollte tunlichst vermieden werden.

So weit unser kleiner Exkurs. In unserem nächsten Blogbeitrag geht es über den großen Teich, und wir tauchen kurz in die amerikanische Business-Etikette ein. We look forward to seeing you again!

c.b./18/8/18