Zum Hauptinhalt springen

NEWS


Wie verfasse ich einen technischen Text auf Englisch?

Technische Texte sollten im Englischen wie im Deutschen kurz und prägnant sein, aber trotzdem gut klingen.

Stecken Sie den Stecker in die Steckdose.
Eine klare Ansage, aber schön eher nicht. Die deutsche Sprache ist zwar eine relativ eindeutige Sprache, doch manchmal sperrig.

Im Englischen bieten sich oft kürzere und elegantere Ausdrucksmöglichkeiten an. Diese kann man sich beim Schreiben eines technischen Textes zunutze machen:
Put the plug into the socket.

Geht noch einfacher:
Connect the plug.

Und die sich im Deutschen stellende Frage nach Du oder Sie (es sei denn, man ist bei Ikea) erledigt sich gottlob gleich ganz.

Jedoch ist die passive Form im technischen Text oft praktischer als die direkte Ansprache des Lesers oder Sätze über die agierenden Personen:

Aktiv = The engineer has no difficulty in connecting the plugs.
Passiv = Plugs are easily connected.

Bitte beim Verfassen einer technischen Themeneinheit nicht immer durchgehend nur Aktiv- oder Passivform wählen, das ist dann nicht gut zu lesen.

Es könnte jetzt in dem Beispiel mit dem in die Steckdose gesteckten Stecker so weitergehen:

Then the device can be switched on and the frequency can be adjusted.

Oder aber auch

Then it is possible to switch on the device and adjust the frequency.

(keine Kurzformen wie it‘s oder isn‘t!)

Apropos „bitte": Höflichkeiten sind in technischen Texten unnötig.

Also nicht:

Please beware of sharp edges.

Sondern nur:

Beware of sharp edges.

Oder als Warnhinweis:

Caution! Sharp edges!

Allgemein gilt, sparsam mit Worten und vor allem mit Personenangaben umzugehen.

Eine Anweisung wie:

The operator must take special care when adjusting the cutting knife …

wäre kürzer und eindringlicher mit einer Warnung, siehe oben.

Weitere Beispiele für mögliche „Einsparmaßnahmen auf Wortebene":

 

A machine that is operated by remote control. A remote-controlled machine. 

Machines that produce plastic components. Machines producing plastic components.

c.b./01/12/18


Sprache und Technik „ganz praktisch"

Wer schon einmal sein neu erworbenes Gerät voller Elan mit Hilfe der beiliegenden Betriebsanleitung einrichten wollte und dann recht bald eine Mischung aus Unglaube, Selbstzweifel und aufsteigender Zerstörungslust verspürt hat, der hatte es eventuell mit einer nicht ganz idealen Übersetzung dieser Betriebsanleitung zu tun ...

Sei es – im schlimmsten Fall – mit einer maschinellen Übersetzung aus einer vielleicht asiatischen Sprache ins Deutsche oder ganz einfach mit einer gutgemeinten und sprachlich auch korrekten, aber einfach unverständlichen Nicht-Fachübersetzung. Übersetzer in Menschenform arbeiten sich intensiv in die Thematik ein, bevor sie einen Text abliefern, und doch ist es manchmal so, dass derjenige, der hinterher damit arbeiten muss, nicht viel damit anfangen kann. Es fehlt einfach der Hintergrund von Seiten des Sprachmittlers. Hier kommt der Fachübersetzer ins Spiel.

Wenn ein Übersetzer oder Dolmetscher den technischen Background hat, wenn er neben dem Sprachstudium eine technische Ausbildung hatte, später die Maschine/das Gerät sogar in der Praxis schon gesehen oder an ihr/ihm ein Training hatte, dann sprechen alle „dieselbe Sprache", dann ist es flüssig, nachvollziehbar, für alle befriedigend und letztendlich zeit- und kostensparend. Man unterschätzt diese Komponenten oft.

 

Im professionellen Bereich kann es sein, dass der Anwender, also z. B. der Maschinenführer oder der Einsteller, an einer ihm noch nicht so vertrauten Maschine steht. Sie soll möglichst durchgehend laufen und 98 % Wirkungsgrad bringen, er darf diese Maschine nicht einfach anhalten und sich mal ein Viertelstündchen in Ruhe alles ansehen, um z. B. die erforderliche Justierung nachzuvollziehen. Er ist dann einfach komplett auf die Dokumentation der Maschine angewiesen. Und falls er überhaupt die Zeit für theoretische Recherche findet – vorher hat er sich noch mit dem Kollegen ausgetauscht, der spricht von „Kiepe" und vom „Stummelband" –, gilt es also, diese Elemente auf dem Papier bzw. in der Erklärung am Bildschirm rasch zu finden. Da ist es gut, wenn die Erläuterungen oder Anweisungen kurz und auf den Punkt gebracht sind und möglichst die Funktion eines Teils sprachlich widerspiegeln. Dies ist Aufgabe des technischen Redakteurs, und wer die gleiche Muttersprache spricht wie dieser, der ist gut dran.

 

Alle anderen sind froh, wenn die Übersetzung fachkompetent ist, denn dann können sie losarbeiten ohne die eingangs erwähnte Mischung aus Unglaube, Selbstzweifel und ...!

 

Lesen Sie nächsten Monat mehr über die Tücken der technischen Übersetzungen – wir freuen uns auf Sie!

 

c.b./01/11/18


Geschäftskultur à la française

Frankreich ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsland der Deutschen, sondern auch hinter den USA ihr zweitwichtigster Handelspartner. Das französische Savoir-vivre ist über alle Grenzen hinweg berühmt, aber wie steht es mit Ihrem Savoir-faire bezüglich der französischen Geschäftsetikette?

Hier eine kleine Einführung:
Das A und O für erfolgreiche Geschäfte mit französischen Partnern ist der Aufbau einer guten und vertrauensvollen, menschlichen Beziehung. Der persönliche Eindruck zählt genauso wie die fachliche Kompetenz. Das verlangt viel Zeit und persönliches Engagement und mehr Kommunikation, als es uns sachorientierten Deutschen oft lieb ist. Ein Telefonat und der persönliche Austausch sind hierzu viel besser geeignet als eine E-Mail. 

Vorsicht vor allem bei Kritik: Was deutsche Geschäftspartner als direkt und konstruktiv empfinden, kann auf Franzosen unverschämt und beleidigend wirken. Üben Sie sich in Diplomatie und äußern Sie Kritik nur unter vier Augen.

Pünktlichkeit wird von Franzosen flexibler ausgelegt. Fristen können als Zeitraum und nicht als Zeitpunkt verstanden werden. Kleinere Verspätungen sind auch im Geschäftsalltag an der Tagesordnung und bedürfen nicht der Erklärung. Längere Wartezeiten ohne Entschuldigung sind aber nicht üblich. Zu einer privaten Einladung kommt man bewusst 15 bis 20 Minuten später, um dem Gastgeber noch Zeit zur Vollendung der Vorbereitungen zu schenken.

Der Handschlag, mit etwas kürzerem Blickkontakt als bei uns üblich, ist das formelle Begrüßungsritual. Nach einem erfolgreichen Beziehungsaufbau geht man eventuell zum Wangenkuss über. Hier empfiehlt es sich aber abzuwarten und den Franzosen den ersten Schritt zu überlassen.

Zu Beginn der Zusammenarbeit ist das „Sie“ (vous) und der Nachname angebracht. Wenn die Beziehung sich als vertrauensvoll erweist, kann daraus ein „Sie“ und der Vorname werden.

Zum Geschäftsessen nimmt man sich Zeit und frönt einer gepflegten Konversationskultur. Small Talk sollte nie düster oder problematisch werden, auch ernste politische Themen werden ausgespart. Stattdessen redet man über gemeinsame Interessen und Kultur. Geschäftliches wird erst wieder zum Kaffee thematisiert. Lädt niemand den anderen explizit ein, wird die Gesamtrechnung unter den Anwesenden zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Seien Sie nicht frustriert, wenn Sie aus einem Meeting mit Franzosen ohne konkrete Ergebnisse kommen. Oft wird erst im demokratischen Nachgespräch ohne Anwesenheit der „Gegenseite“ eine Entscheidung abgestimmt.

Für die sprachliche Kommunikation mit Franzosen gilt: Englisch ist gut, Französisch ist besser. Zwar hat sich einiges bewegt in puncto Englischkenntnisse unserer westlichen Nachbarn, aber dennoch verlässt ein Franzose nach wie vor nur ungern das gesicherte Terrain seiner Muttersprache. In großen internationalen Unternehmen kann mittlerweile problemlos auf Englisch kommuniziert werden. Die oben beschriebenen, so wichtigen persönlichen Beziehungen lassen sich allerdings viel besser verwirklichen, wenn man dem französischen Geschäftspartner in seiner Muttersprache begegnet.

Alors: Allez-y!

c.b./18/10/18


Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Alles eine Frage der Etikette, Teil 2: USA

Ein Land der Superlative. Alles ist groß. Von den Gebäuden über die Unternehmen bis hin zum Burger. Mit diesem Blogbeitrag setzen wir unsere Reihe „Business-Etikette“ fort und widmen uns diesmal Amerika. 1776 unterzeichnete die USA die Unabhängigkeitserklärung vom britischen Empire mit den darin definierten Rechten „Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“. Seitdem hat das Land seinen Einfluss sukzessive ausgebaut. Amerikaner sind sehr patriotisch und auch geschäftstüchtig. Ein Business-Frühstück beginnt gerne schon um 7 Uhr in der Früh. Geschäftsleuten in den USA werden Attribute wie freundlich, einladend und aufgeschlossen attestiert. Sich im US-Business zurechtzufinden, erscheint daher völlig easy. Doch Achtung: Ein respektvoller Umgang mit den amerikanischen Werten wie Selbstverwirklichung, Gleichheit und dem Streben nach Anerkennung ist die Basis für ein erfolgreiches Miteinander – ebenso wie Zurückhaltung.

Beispiel: Auf die Frage „How are you?“ antworten Sie schlicht und ergreifend „Fine, thanks. And you?“, und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

In Sachen Kleiderordnung mögen es viele Unternehmen „business casual“. Doch selbst bei einem kurzen Aufenthalt empfehlen wir Ihnen, den Anzug einzupacken. Bleiben Sie länger, kleiden Sie sich am besten wie Ihr höchstes Pendant in den Staaten. Übrigens, mit Verallgemeinerungen kommen Sie in den USA nicht weit. Die Amerikaner stammen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Die damit verbundene Vielfalt an Lebensformen ist für USA-Besucher oftmals schwer zu durchschauen. Ein sensibler Umgang ist gefragt. Und noch ein kleiner Hinweis: Rauchen ist fast überall verboten.

Sollten Sie zu guter Letzt in Amerika Zeichen setzen wollen: Das sichtbare Kreuzen von Mittel- und Zeigefinger bedeutet „good luck“, und beim Good-bye-Winken halten Sie die Handfläche nach außen. In diesem Sinne: Bye-bye. We look forward to seeing you again!

 

c.b./18/9/18


Hände weg von Fettnäpfchen

Alles eine Frage der Etikette, Teil 1: UK

Sicher ist, gutes Benehmen bringt weiter. Privat wie beruflich. Wer die modernen Umgangsformen beherrscht, ist klar im Vorteil. Die Welt rückt zusammen. Im Zeitalter der Globalisierung scheint vieles leichter. Auch die Business-Etikette? Kennt diese keine Grenzen oder gibt es individuelle, landestypische Regeln? Die Antwort lautet: Ja, es gibt sie, und man gewinnt den Eindruck, als wäre es auf Geschäftsreisen mehr denn je wichtig, diese kulturellen Unterschiede zu berücksichtigen und dem Geschäftspartner und seinem Wertesystem damit besonderen Respekt zu zollen. In unseren Kursen sind interkulturelle Informationen daher ein essentieller Bestandteil. Beispiel Dresscode: In England kleidet man sich konservativ, dunkler Anzug, entsprechende Schuhe, Krawatte. Eine Einladung zum Geschäftsessen sollte gut geplant sein und daher 3 bis 4 Wochen vor dem Termin erfolgen, je nach Anlass per Telefon, E-Mail oder sogar Karte. Für ein Lunchdate kalkuliert der Brite in der Regel 90 Minuten ein. Das Handy ist in dieser Zeit absolut tabu. Und bitte: Seien Sie pünktlich. Anders als bei einem privaten Treffen, bei dem Sie gerne die akademische Viertelstunde einplanen können. Auch das Händeschütteln sollte nicht inflationär gebraucht werden. Ein Handschlag beim ersten Treffen ja, zum Abschied reichen ein paar freundliche Worte. Und wenn Handschlag, dann machen Sie es bitte kurz. Einige Sekunden reichen. Nicht zuletzt schätzen die Briten Höflichkeit über alle Maßen, ein deutliches Widersprechen läuft dem zuwider und sollte tunlichst vermieden werden.

So weit unser kleiner Exkurs. In unserem nächsten Blogbeitrag geht es über den großen Teich, und wir tauchen kurz in die amerikanische Business-Etikette ein. We look forward to seeing you again!

c.b./18/8/18